Begegnung mit Elefanten (2)

Traumhafte Erlebnisse am Luangwa River

Habt ihr gelesen, wie meine erste Begegnung mit Elefanten verlief? Leider alles andere als erhofft. Panische Angst vor Elefanten war das Ergebnis.

Gefährliche Elefanten?

Wusstet ihr, dass durch Elefanten in Afrika schätzungsweise 500 Menschen pro Jahr zu Tode kommen? Das sind mehr als durch Krokodile oder durch Löwen, die allgemein als gefährlicher gelten. (Tatsächlich hätten Elefanten allen Grund dazu. Schätzungsweise 10-15 Tsd. Elefanten in Afrika fallen derzeit Wilderern jährlich zum Opfer. Von ca. 10 Mio. Elefanten um 1900 sind mittlerweile traurige 400.000 auf der Erde übriggeblieben.)   

Wirklich unvorstellbare Begegnungen mit diesen wundervollen Tieren erlebte ich ein paar Jahre später. Meine Angst hatte ich nach erneuten, friedlicheren Begegnungen da bereits überwunden.

Simbabwe

Wir waren wieder im südlichen Afrika unterwegs, dieses Mal, nur zu zweit, in Simbabwe und Sambia. In Simbabwe am Kariba-Stausee hatten wir Elefanten in einiger Entfernung gesehen sowie deren Hinterlassenschaft direkt neben unserem Zelt …

Hinterlassenschaft eines Elefanten vor unserem Zelt
Flusspferde und Krokodile am Luangwa River

Sambia

Nun waren wir in Sambia im Wildlife Camp, direkt am Luangwa River. Das Camp zieht sich über eine Länge von mehreren 100 Metern. Vom Main Camp aus hat man eine fantastische Aussicht auf den Luangwa und den dahinter liegenden South Luangwa National Park. Riesige Krokodile genießen die Sonne auf den Sandbänken des Flusses, Flusspferde räkeln sich im Wasser und über den Fluss kommen die Elefanten zum Baden und zum Fressen am dichten Buschwerk.

Unser Chalet am Rande von vier oder fünf anderen lag etwas abseits. Dort waren wir die einzigen Gäste. Tagsüber konnte man problemlos durch das kleine Wäldchen zum Restaurant im Main Camp laufen. Bei Dunkelheit fuhr uns jedoch immer ein Rancher die paar Meter, da in diesem Gebiet häufig Elefanten unterwegs waren. Wir wurden eindringlich gewarnt, die Augen immer offen zu halten.

Wir hatten es uns auf der kleinen Terrasse unseres Chalets gemütlich gemacht und beobachteten die regen Zebramangusten, die einen ehemaligen Termitenhügel uns gegenüber bewohnten. Plötzlich hörten wir ein leises Knacken von Ästen hinter uns im Wald.

Elefanten ganz nah

Wir sahen vorsichtig nach und tatsächlich – ein Elefant kam aus dem Wald direkt auf unser Chalet zu. Wir waren ganz aufgeregt, liefen leise zum Schutz in unser Häuschen und fotografierten den Elefanten durch unser Fenster.

Dieser Elefant blieb nicht der einzige, der uns besuchte. Im Laufe der Zeit kamen immer mal wieder Elefanten aus dem Wald und spazierten um unser Häuschen herum. Meistens kamen sie in kleinen Gruppen und manchmal hatten sie sogar ihren Nachwuchs dabei. Wie wir erfuhren, wuchs direkt neben unserem Chalet ein Marula-Baum. Dieser wird auch Elefantenbaum genannt, weil Elefanten ganz heiß auf die mirabellengroßen goldgelben Früchte sind. Was für ein Glück für uns! Den ganzen Tag konnten wir wilde Elefanten ganz aus der Nähe betrachten. Inzwischen blieben wir einfach auf unserer Terrasse sitzen und waren ganz hingerissen von dem, was uns widerfuhr. Die Elefanten hielten immer einen Abstand von wenigen Metern und ließen sich durch uns nicht stören.

… und ganz, ganz nah

Einmal saßen wir jedoch auf unserer Terrasse, als ein riesiger Bulle plötzlich von rechts hinten kommend vor uns stand – und dieses Mal nicht im gewohnten Abstand, sondern nicht mal einen Meter entfernt. Um ins Haus zu laufen, war es zu spät. Unsere Herzen konnte man praktisch schlagen hören und wir wagten nicht zu atmen. Der Elefant bewegte sich ganz bedächtig unsere Terrasse entlang. Hätte ich den Arm ausgestreckt, hätte ich ihn berühren können. Als er vorbei war und uns den Rücken zudrehte, atmeten wir erleichtert auf. Doch da blieb der Elefant stehen, hob seinen Schwanz – und herauskam ein übelst riechender Windstoß.

Idylle auf der Terrasse

Trotz mehrerer Möglichkeiten, auf Safari zu gehen, nutzten wir nur eine und blieben danach lieber auf unserer Terrasse. Dort sahen wir mehr Tiere in freier Wildnis, als man sich vorstellen kann: Neben den Zebramangusten, die den ganzen Tag herumwuselten und den Elefanten, die ab und an vorbeikamen, tobte regelmäßig eine Affenherde durch die umliegenden Bäume und auf dem Boden, morgens kamen verschiedene Antilopenarten zum Grasen und sogar Warzenschweine und Giraffen konnten wir sehen.

Unsere Wildnis-Idylle fand abrupt ein Ende, als ein Fernsehteam die übrigen Chalets bezog und leider keinen Sinn für die Stille der Natur zeigte.